Fenchel – Alles zur Wirkung des Fenchels

Der Fenchel (lat. Foeniculum vulgare) ist ein vielseitig einsetzbares Gemüse. Als Gewürz und Heilpflanze findet der Doldenblütler sogar im medizinischen Bereich Verwendung und im Jahr 2009 ernannte man die im Altdeutschen auch als Köppernickel bekannte Pflanze als Arzneipflanze des Jahres. Der erst im 19. Jahrhundert als heute bekanntes Gartengemüse gezüchtete Fenchel blickt auf eine interessante Geschichte zurück. Zudem bietet die Pflanze zahlreiche Verwendungsmöglichkeiten in verschiedenen Bereichen des Lebens wie z.B. Rezepte.

Die Geschichte des Foeniculumvulgare (Fenchels)

Ursprünglich wuchs Fenchel vor allem um das Mittelmeer und in Vorderasien. Schnell erkannte man seine vielzähligen Wirkungen, sodass er bereits in der Antike zum Würzen und gegen körperliche Leiden eingesetzt wurde, etwa für die Heilung von Nieren- und Blasenleiden. Zu späterem Zeitpunkt entdeckten die Römer den Foeniculum vulgare und brachten die Pflanze nach Mitteleuropa. Für die offizielle Einbürgerung sorgten aber die Mönche, die das Gemüse in Mittel- und Nordeuropa ansiedelten. Als am meisten vertretene Klosterpflanze erfreute sich der Fenchel aufgrund seiner Wirkungen großer Beliebtheit.

Vielseitige Verwendungen des Fenchels

In der Küche findet der Fenchel als Gewürz seine Verwendung, aber auch in Fenchelsalaten und als Beilage (siehe unsere Fenchel Rezepte). Dabei werden nicht nur die Knollen verarbeitet; in Indien finden die Fenchelsamen in vielen Gewürzmischungen Anklang und dienen als Munderfrischer nach dem Essen. Bekannt und beliebt ist der Fencheltee, welcher als Hausmittel gegen Magen- und Darmbeschwerden eingesetzt wird. Nicht nur in Speisen und als Arzneimittel lässt sich der Fenchel verarbeiten. Um den Geschmack von alkoholischen Getränken zu harmonisieren, wird der Flüssigkeit Fenchel beigemischt. Die medizinischen Verwendungsmöglichkeiten des Fenchels reichen als Mittel gegen Husten wie auch gegen Blähungen. Wer an übersteigerter Nervosität leidet, nimmt Fenchel ein, da dieser beruhigend wirkt.

Inhaltsstoffe und Wirkstoffe im Fenchel

Wichtige Wirkstoffe der Heilpflanze Fenchel sind die ätherischen Öle, zu denen beispielsweise Fenchanon, cis-Anethol und Myrcen gehören. Die unterschiedlichen Öle finden sich in den verschiedenen Teilen des Fenchels, in der Frucht und der Wurzel. Zudem enthält die Pflanze Kieselsäure, diverse Mineralsalze wie auch Stärke. Wie alle Gemüsesorten enthält auch dieses Doldengewächs unterschiedliche Vitamine: Vitamin A, welches wichtig für das Nerven- und Blutsystem ist; außerdem Vitamin B für beispielsweise die Regulierung der Darmflora und Vitamin C zur Stärkung des Immunsystems. Lesen Sie in unserem Artikel „Wirkung des Fenchels„.

Wie soll Fenchel gelagert werden?

Fenchel verdirbt bei unsachgemäßer Lagerung. Daher ist es wichtig, das Gemüse idealerweise bei einer Umgebungstemperatur von 0 bis 5 °Caufzubewahren. Die optimale Luftfeuchtigkeit liegt zwischen 90 und 95 Prozent. Diese Möglichkeit der Lagerung bietet ein Gemüsefach im Tiefkühlschrank.

Merkmale des Fenchels

Es handelt sich bei dieser Pflanze um ein zweijähriges Kraut, welches bei richtiger Haltung auch dauerhaft überlebt. Die Wuchshöhe variiert stark und reicht von 40 bis 200 Zentimeter. Der Geruch des Fenchels erinnert an Anis. Während des Wachstums ist das Gemüse am bläulich gefärbten, runden Stängel erkennbar, an dem zu späterem Zeitpunkt gefederte Laubblätter an 5 bis 15 Zentimeter langen Stielen sprießen. Unter der Erde bildet der Fenchel knollenähnliche Zwiebeln aus. Die 2 bis 25 Zentimeter langen Stängel tragen Blütenstände mit einem Durchmesser zwischen 5 und 9 Zentimetern. Je nach Wuchskraft bilden die Stiele zwischen 6 und 29 Döldchen aus; selten bis 40 Stück. Am Kelch mit Kelchzähnen befinden sich zwittrige, zu fünft auftretende Blüten. Das wichtigste Erkennungsmerkmal des Fenchels sind seine feinen, gelben Kronblättern. Die kurzen Griffel tragen fünf Staubblätter.

Krankheiten des Fenchels

Pilzerkrankungen zählen zu den am häufigsten auftretenden Infektionen. Cercosporidium-Flecken und Echter Mehltau gehören dazu. Oft machen auch Schädlinge, wie beispielsweise Schnecken und Blattläuse dem Fenchel das Leben schwer. Weiterhin sind die Erwinia-Fäule und die Pseudomonas-Fäule, ausgelöst durch Bakterien, bekannt. Gelegentlich bekommt das Gemüse braune Ränder an dickeren Blättern und treibt vorzeitig Blüten aus, die oft nicht überleben.

Fenchel selbst anbauen

Wer den Fenchel selbst anbauen möchte, muss auf die richtigen Bedingungen achten, um einen gesunden und kräftigen Wuchs der Pflanze zu gewährleisten. Als einst mediterran gelegene Pflanze benötigt der Fenchel einen möglichst warmen und mäßig trockenen Platz. Der ph-Wert des nährstoffreichen Lehmbodens sollte sich im stark basischem Bereich. Gärtner, die diese Gegebenheiten nicht bieten, greifen auf Lössboden zurück.