Fenchel - beliebtes Gewürz und unterschätzte Heilpflanze

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Fenchel Pflanze
Die aus dem Mittelmeerraum stammende Fenchel ist besonders beliebt als Gewürz in Suppen und als Heilmittel gegen Verdauungsbeschwerden.

Der Fenchel (lat. Foeniculum vulgare) ist ein vielseitig einsetzbares Gemüse. Als Gewürz und Heilpflanze findet der Doldenblütler sogar im medizinischen Bereich Verwendung und im Jahr 2009 ernannte man die im Altdeutschen auch als Köppernickel bekannte Pflanze als Arzneipflanze des Jahres. Der erst im 19. Jahrhundert als heute bekanntes Gartengemüse gezüchtete Fenchel blickt auf eine interessante Geschichte zurück. Zudem bietet die Pflanze zahlreiche Verwendungsmöglichkeiten in verschiedenen Bereichen des Lebens wie z.B. Rezepte.

Die Fenchel Pflanze

Es handelt sich bei dieser Pflanze um ein zweijähriges Kraut, welches bei richtiger Haltung auch dauerhaft überlebt. Die Wuchshöhe variiert stark und reicht von 40 bis 200 Zentimeter. Der Geruch des Fenchels erinnert an Anis. Während des Wachstums ist das Gemüse am bläulich gefärbten, runden Stängel erkennbar, an dem zu späterem Zeitpunkt gefederte Laubblätter an 5 bis 15 Zentimeter langen Stielen sprießen. Unter der Erde bildet der Fenchel knollenähnliche Zwiebeln aus. Die 2 bis 25 Zentimeter langen Stängel tragen Blütenstände mit einem Durchmesser zwischen 5 und 9 Zentimetern. Je nach Wuchskraft bilden die Stiele zwischen 6 und 29 Döldchen aus; selten bis 40 Stück. Am Kelch mit Kelchzähnen befinden sich zwittrige, zu fünft auftretende Blüten. Das wichtigste Erkennungsmerkmal des Fenchels sind seine feinen, gelben Kronblättern. Die kurzen Griffel tragen fünf Staubblätter.

Der Fenchel (Foeniculum vulgare) gehört der Familie der Doldenblütler an. Es handelt sich hierbei um eine ein- bis mehrjährige Pflanze, die ihren Ursprung im Mittelmeerraum hat. Inzwischen wächst sie auch woanders, sicherlich bedingt auch durch den Klimawandel. Ihre Blütezeit erlebt der Fenchel in den Monaten Juli bis September. Das Wurzelgewächs wird in der Regel 1-2 Meter hoch. Die gelben Blüten, die in Dolden angeordnet sind, stellen die medizinisch wertvolle Heildroge dar.

Aufgrund der Tatsache, dass die Früchte nicht gleichzeitig reifen, ist die Ernte sehr aufwendig und wird häufig in mehreren Schritten wiederholend durchgeführt. Dabei gehen die Arbeiter durch die Kulturen und schneiden einzig und alleine die reifen Dolden heraus. Dieser Vorgang wird als Kämmen oder Traumeln genannt und so ein erlesener Fenchel mit jenem Zusatz versehen ( z.B. Kammfenchel ). Natürlich ist diese Ernteart von höchster Qualität, vergleiche man diese mit der maschinellen Abmähtechnik der industriellen Erntegewinnung. Schlussendlich werden die Früchte des Fenchels durch das Dreschen gewonnen. Oft zerfallen sie dann nach dem Trocknen in beide Teilfrüchte. Erfahren Sie hier mehr zum Thema Wirkung des Fencheltees.

Die Geschichte des Foeniculumvulgare (Fenchels)

Ursprünglich wuchs Fenchel vor allem um das Mittelmeer und in Vorderasien. Schnell erkannte man seine vielzähligen Wirkungen, sodass er bereits in der Antike zum Würzen und gegen körperliche Leiden eingesetzt wurde, etwa für die Heilung von Nieren- und Blasenleiden. Zu späterem Zeitpunkt entdeckten die Römer den Foeniculum vulgare und brachten die Pflanze nach Mitteleuropa. Für die offizielle Einbürgerung sorgten aber die Mönche, die das Gemüse in Mittel- und Nordeuropa ansiedelten. Als am meisten vertretene Klosterpflanze erfreute sich der Fenchel aufgrund seiner Wirkungen großer Beliebtheit.

Fenchel selbst anbauen

Menschen mit einem Balkon oder einem Garten können ihren Fencheltee auch ganz frisch zubereiten, indem man frischen Fenchel nutzt. Wer selber den Fenchel anbauen möchte, sollte folgende Tipps beachten:

  • Die Aussaat der Fenchelsamen erfolgt ab Mitte März bis Anfang April. Es wird empfohlen dies im Gewächshaus zu tun, der Garten oder Balkon ist aber eine Alternative. Nach Ablauf von drei Wochen, werden die Setzlinge in kleine Töpfchen mittels eines Pikierstabs eingesetzt und für den gleichen Zeitraum bei Temperatur von 15- 20 Grad Celsius hochgezogen.
  • Anschließend wird er dann draußen in mit Vlies abgedeckten Rillen verpflanzt. Nachdem der Fenchel viel Platz um sich herum braucht, ist es sinnvoll ihn in einem Abstand von 30-40 cm voneinander zu positionieren. Der Boden sollte nährstoffreich sein, optimal wäre ein kompostierter Untergrund oder eine bis zweimalige Verwendung eines Flüssigdüngers.

Als eine ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Pflanze, mag der Fenchel einen sonnigen und warmen Standort. Zudem sollte das reichliche Giessen nicht vernachlässigt werden. Erfüllt man die oben erwähnten Kriterien, steht einer gelungenen Ernte im Herbst nichts im Wege.

Fenchel richtig ernten

Die für den Fencheltee interessanten Früchte (Samen) werden Ende September geerntet, vorausgesetzt man hatte mit dem Aufziehen im April angefangen. Die Blätter des Fenchels können auch zwischendurch geerntet werden. Die Knollen sollten gut 4 Monate nach der Aussaat (Ende September/Anfang Oktober) geerntet werden, da Sie womöglich bei späteren Auslese, zähe und wenig schmeckende Pflanze bekommen. Um das Gedeihen der oberirdischen wachsenden Knollen zu fördern, kann man diese mit etwas Erde zu bedecken. Sofern man sich entscheidet den Fenchel später zu ernten, kann eine luftige Laubschicht dem eventuellen Frost entgegenzuwirken. Frischer Fenchel eignet sich natürlich auch besonders gut für Frauen in der Schwangerschaft oder Babys.

Krankheiten des Fenchels

Pilzerkrankungen zählen zu den am häufigsten auftretenden Infektionen. Cercosporidium-Flecken und Echter Mehltau gehören dazu. Oft machen auch Schädlinge, wie beispielsweise Schnecken und Blattläuse dem Fenchel das Leben schwer. Weiterhin sind die Erwinia-Fäule und die Pseudomonas-Fäule, ausgelöst durch Bakterien, bekannt. Gelegentlich bekommt das Gemüse braune Ränder an dickeren Blättern und treibt vorzeitig Blüten aus, die oft nicht überleben.

Inhaltsstoffe und Wirkstoffe im Fenchel

Wichtige Wirkstoffe der Heilpflanze Fenchel sind die ätherischen Öle, zu denen beispielsweise Fenchanon, cis-Anethol und Myrcen gehören. Die unterschiedlichen Öle finden sich in den verschiedenen Teilen des Fenchels, in der Frucht und der Wurzel. Zudem enthält die Pflanze Kieselsäure, diverse Mineralsalze wie auch Stärke. Wie alle Gemüsesorten enthält auch dieses Doldengewächs unterschiedliche Vitamine: Vitamin A, welches wichtig für das Nerven- und Blutsystem ist; außerdem Vitamin B für beispielsweise die Regulierung der Darmflora und Vitamin C zur Stärkung des Immunsystems.

Wirkungen und Anwendungen des Fenchels

Der Samen des Fenchels enthält eine Vielzahl von Mineralien, phytoöstrogene sowie sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide, Fenchon, Camphen und Anethol. Diese Inhaltsstoffe machen den Fenchel wirkungsvoll gegen eine Vielzahl von Beschwerden, wie

  • Blähungen,
  • Verdauungsstörungen,
  • das Reizdarmsyndrom (IBS),
  • Bluthochdruck,
  • niedrige Milchproduktion bei stillenden Frauen,
  • das prämenstruelle Syndrom (PMS),
  • ein hormonelles Ungleichgewicht,
  • eine geringe Libido,
  • Prellungen,
  • Mundgeruch,
  • Koliken bei Babys,
  • Sehkraft,
  • eine Verstopfung der Nasennebenhöhlen
  • und gegen chronischen Husten.

Lagerung des Fenchels

Fenchel verdirbt bei unsachgemäßer Lagerung. Daher ist es wichtig, das Gemüse idealerweise bei einer Umgebungstemperatur von 0 bis 5 °Caufzubewahren. Die optimale Luftfeuchtigkeit liegt zwischen 90 und 95 Prozent. Diese Möglichkeit der Lagerung bietet ein Gemüsefach im Tiefkühlschrank.

Fenchel Rezepte

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Nicht nur als Heilpflanze erfreut sich Fenchel großer Beliebtheit. In der Küche lässt sich der Doldenblütler vielseitig verarbeiten. Wer die kräftigen Aromen Fenchels mag, wird sich an den verschiedenartigen Gerichten erfreuen. Fenchel lässt sich sowohl roh als auch gekocht verzehren, was facettenreiche Möglichkeiten in der Küche mit sich bringt. Zahlreiche leckere und gesunde Rezepte lassen sich für unterschiedliche Geschmäcker zubereiten, angefangen von warmen Speisen bis hin zu knackigen Fenchel Salaten. Und das Beste: Sie können Fenchel selber anbauen!

Fenchelsalat mit Orangen und Oliven

Fenchelsalat gehört wohl zu den beliebtesten Verwendungsmöglichkeiten für das Gemüse Fenchel. Eine italienische Variante ist der Fenchelsalat mit Orangen und Oliven. Der ursprünglich aus Sizilien stammende Salat dient als Vorspeise und Beilage, je nach Wunsch. Die Oliven, das Öl, der Fenchel und die Orangen sorgen für eine gesunde Portion Vitamine, etwa Vitamin C für ein gesundes Immunsystem. Die zusätzlich eingebrachten Fenchelsamen werden zuvor geröstet, in einem Mörser zerstoßen und schließlich dem Salat beigemengt. Das Aroma dieser Speise lässt sich eher als herb bezeichnen. Für ein klein wenig Süße sorgen die aufgestreuten Orangenstücke. Soll der Salat doch etwas süßer sein, empfiehlt sich der Fenchelsalat mit Orangen und flüssigem Honig. Anstelle von Oliven werden in diese Speise unter anderem Obstessig und Pinienkerne verwendet, zumal der Orangenteil hier größer ist: Geriebene Schale, Orangenstücke- und Saft sind Bestandteil der frischen Speise. Die Zubereitung muss jedoch nicht mit Orange abgeschmeckt werden. Stattdessen schmeckt auch Apfel darin gut.

Fenchelsalat mit Fleisch

Weniger süß, dafür aber kräftiger im Aroma ist Salat mit Paprikawurst. Zwar werden auch hier Orangen verarbeitet, diese nehmen jedoch einen geringeren Teil ein. Für den gewünschten Salatgeschmack sind geräuchertes Paprikapulver, Balmasicoessig und beigelegten Landjäger zuständig. Unter „Landjäger“ sind Rohwürste zu verstehen, die während der Herstellung einen Tag lang geräuchert und luftgetrocknet wurde. Durch den Räuchervorgang entsteht das kräftige, rauchige Aroma.

Fenchelsalat mit Mayonnaise

Eine andere Möglichkeit ist der Fenchelsalat mit Safranmayonnaise. Weißweinessig, Estragon, ein wenig Orange und die vollständig verwerteten Fenchelknollen geben hier den Geschmack vor. Für jede Vorliebe gibt es ein bestimmtes Salatrezept, sodass Liebhaber süßer und herber Aromen auf ihre Kosten kommen. Bevor der Fenchel zum Salat verarbeitet wird, muss die Pflanze vorbereitet werden. Der Vorteil: Es muss nichts in den Müll geworfen werden, da alle Teile verwertbar sind.

Fenchel richtig vorbereiten

Zu beginn werden die Wurzelansätze entfernt. Der grüne Teil der Gemüsepflanze wird abgeschnitten und beiseite gelegt. Die Wurzelstücken müssen nicht entsorgt werden, sondern lassen sich zerkleinert in Soßen und anderen Speisen zum Würzen verwenden. Nun folgt das Abwaschen. Am besten putzt man den Fenchel mit den Fingern sauber. Das genügt für eine ausreichende Reinigung. Zerschnitten ist die Fenchelknolle leichter zu handhaben, weswegen diese in der Mitte halbiert wird. Der dicke Strunk im Zentrum der Knolle wird herausgelöst. Durch einen keilförmigen Schnitt lässt sich der gesamte Teil gut entfernen. Die halbierte Knolle ist nun fertig vorbereitet und kann nach eigenem Ermessen und Bedürfnissen weiterverarbeitet werden.

Tipp: Wer die gesamte Knolle nicht sofort benötigt, legt den Rest in einen Frischebeutel und lagert ihn ihm Kühlschrank, bis zu zwei Wochen.

Fenchelsuppe

Wer die nach Anis schmeckende Gemüsepflanze lieber als Mahlzeit zu sich nimmt, mag vielleicht eine Suppe. Die „basische Fenchelsuppe“ klingt nicht nur gesund, sie ist es auch. Während der Zubereitung wird die Mahlzeit unter anderem mit Kartoffeln, Karotten und Zwiebel angereichert – Pflanzen auf basischer Ebene. Ähnlich wie das heiße Getränk lindert die Fenchelsuppe Erkältungsbeschwerden und stärkt die Abwehrkräfte des Körpers. Aufgrund des kräftigen Geschmacks ist dieses Mal nicht Jedermanns Lieblingsspeise.

Fenchel als Gewürz

Weiterhin lässt sich Fenchel gut als Gewürz verarbeiten. Seit Traditionen wird das Gemüse zu Fisch, vor allem Seebarsch, serviert. Diese Zubereitungen sind aufgrund ihrer geschmacklichen Vielfalt sehr beliebt, da andere Nahrungsmittel nach Belieben ergänzt werden können, zum Beispiel Kartoffeln. Der Fisch wird auf dem getrockneten Gemüse flambiert. Fenchel dient dabei nicht nur als Grundlage, sondern als Aromaverstärker und Zusatz. Fein gehackt wird er gelegentlich mit Hackfleisch vermengt. Zerkleinerte Fenchelblätter werden als Gewürz für Suppen und Salate gebraucht.

Fenchelbrot

Nicht nur im Kochtopf finden Fenchel seine Verwendung. Wer gerne bäckt, bereitet ein gesundes „Weihnachtsbrot nach Schwedischer Art“ zu. Das Gewürz wird gemahlen in den Teig gemischt, sodass das Gebäck nach dem Backen durch sein typische Aroma überzeugt. Dieses Brot finden bei Liebhabern kräftiger Geschmäcker Anklang, da das Aroma nicht dem eines herkömmlichen Brotes vergleichbar ist.

Mayonnaise mit Fenchel

Eine ganz andere Zubereitung ist Fenchel in Mayonnaise. Die dickflüssige Soße wird gern zu Salaten verspeist und zu Gegrilltem gegessen. Je nach Wunsch wird das Gewürz gehackt oder gemahlen in die Speise gegeben. Abhängig von der beigefügten Menge lässt sich die Mayonnaise leicht verfeinern oder mit einem starken Aroma versetzen. Wer den typischen Mayonnaisegeschmack lieber mag und nur eine Fenchelnote bevorzugt, entscheidet sich für die erste Zubereitung. Die letzte Variante schmeckt vor allem Genießern. Ein anderes Gebäck ist Shawarma – zusammengerolltes, arabisches Fladenbrot, gefüllt mit Fenchelsalat und zartem Putenfleisch.

Hinweis:
fenchel.org

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